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deutsches SME SERVER 7 Handbuch

Version 7.0

Handbuch für Administratoren und Benutzer


Einleitung


Inhaltsverzeichnis

Über dieses Handbuch

Dieses Benutzer-Handbuch leitet Sie Schritt für Schritt durch die Installation und Konfiguration Ihres SME-Servers. Neben der Hardwareinstallation und der detaillierten Beschreibung der Installation der Software enthält dieses Handbuch auch ausführliche Beschreibungen zur Konfiguration an der Serverkonsole sowie zur Server-Administration, deren Web-Frontend im Standard-Browser aufgerufen werden kann.

Für wen ist dieses Handbuch geschrieben?

  • Dieses Handbuch wendet sich an Administratoren und Wiederverkäufer des SME-Servers.

Wo können Sie weitere Informationen finden?


Die Musterfirma: Agentur Mustermann

In diesem Handbuch werden Beispiele anhand der Agentur Musterfirma gezeigt, eine Gastronomie- und Veranstaltungsfirma, die den SME-Server benutzt.


Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bezeichnung
DVR Digitaler Video-Recorder
i-bay Information Bay. Ein Modul zum Erstellen von Intranets, Extranets, gemeinsam genutzten Verzeichnissen und anderen Ressourcen
ICP Integrierte Kommunikationsplattform
LDAP Lightweight Directory Access Protocol
PPTP Point-to-Point Tunneling Protocol
RAID1 Organisation von mehreren Festplatten, zum Zweck der Ausfallsicherheit oder Leistungssteigerung
SCSI Small Computer Systems Interface
SME Small and Medium Enterprise
SSH Secure shell. Eine sichere, verschlüsselte Möglichkeit, sich über das Netz an einen fernen Rechner anzumelden.
VPN Virtual Private Network


Über den SME-Server

Der SME Server ist ein kostenloses linuxbasiertes Serversoftwarepaket, das - teilweise durch Zusätze (Contribs) von Drittanbietern - sehr viele Serveraufgaben abwickeln kann:

  • Fileserver über Samba (SMB, das "Windows-" Protokoll) und NFS (für Unix- und andere Linuxsysteme)
  • Printserver für direkt angeschlossene Drucker und externe Printerserver
  • Apache Webserver mit MySQL-Datenbank, Python, PHP und Perl
  • optional Gateway- ins Internet über DSL (PPPoE und andere Protokolle), ISDN und analoge Modem mit integrierter Stateful-Inspection-Firewall
  • Mailserver mit POP3, POP3s, IMAP, IMAPs und Webmail Zugriff auf Clientseite, SMTP, SMTP Auth und Multidrop POP3 Abholung zum Internet hin
  • Spam- und Virenfilter für Mails, letzteres auch für lokale Dateien
  • Installation und Betrieb des Servers in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch
  • Automatische Updatefunktion über YUM
  • durch die offenen Linuxstandards (u.a. Paketmanager RPM) mit Hilfe zahlreicher weiterer Module um fast jeden denkbaren Dienst erweiterbar

Die meisten Dienste sind über eine komfortable Weboberfläche konfigurierbar. Daher sind für die üblichen Einstellungen und Änderungen keine und nur grundlegende Linuxkenntnisse erforderlich.

Aktuell ist die neue SME 7 Version als Release Kandidat2 verfügbar, nachdem diese neue Version in 26 Alphaversionen, 9 Betaversionen und vier Pre Release Versionen von Helfern auf der ganzen Welt von grundlegenden Mängeln bereinigt wurde. Der SME Server 7 basiert auf CentOS 4.3. Diese Distribution ist wiederum ein frei verfügbarer Clone des RedHat Enterprise Servers 4.x und wurde aus dessen offenen Quelldateien, die RedHat anbietet, neu kompiliert. Aktuelle Hardware wird in der Regel problemlos erkannt, Updates werden â wenn gewünscht â vollautomatisch installiert, Sicherheitslücken dürften so gar nicht entstehen.

Als stabile und ausgereifte Releaseversion ist die Version 6.0.1-01 von März 2004 verfügbar, die auf RedHat 7.3 basiert und dadurch aktuelle Hardware (wie S-ATA und Gigabit Netzwerkkarten) schlechter erkennt und unterstützt. Für diese Version sind aber unzählige ErweiteÂrungen erhältlich, sowie Sicherheitsupdates verfügbar, die mögliche Lücken und Löcher stopfen.

Der SME-Server ist eine produktive Lösung für den sicheren Internetzugang für Firmen mit einem und mehreren Standorten. Er kombiniert preisgekrönte Software mit einer Anzahl von einstellbaren Diensten. Der SME-Server regelt die Verbindung in das Internet durch zentrales Routing, mit dem es möglich ist, für alle Benutzer des lokalen Netzwerks einen gemeinsamen Internetzugang zu verwenden. Dadurch und durch gleichzeitige Implementierung einer Firewall ist der Internetzugang sicher und hat ein sehr geringes Risiko vor Eindringlingen von außen.

Wenn einer der Computer des lokalen Netzwerks sich mit dem Internet verbindet oder von außen über das Internet angesprochen wird, stellt die Routing-Funktion des SME-Servers die Verbindung nahtlos her. Dadurch wird der direkte Anschluss zwischen Computern des lokalen Netzwerks und dem Internet verhindert und die Gefahr des Eindringens von außen beträchtlich reduziert.

Im Server und Gateway-Modus stellt der SME-Server Dienste wie E-Mail, Internetzugang und einen leistungsfähigen Datei- und Druckdienst für gemeinsames Arbeiten zur Verfügung. Das wird über das Konzept sogenannter i-bays (Information-Bays) realisiert, das für die Benutzer genau die Kommunikation im lokalen Netz und im Internet regelt.

Wenn gewünscht, kann der SME-Server auch im Nur Server-Modus betrieben werden, in dem ebenfalls Dienste wie E-Mail, Internetzugang und ein leistungsfähigen Datei- und Druckdienst für gemeinsames Arbeiten bereitgestellt werden, aber ohne die Routing-Funktion und ohne Sicherheitsfunktion einer Firewall. Der Nur Server-Modus wird normalerweise dann verwendet, wenn bereits eine Firewall vor dem SME-Server vorhanden ist, die die Aufgaben des Routing und der Netzwerksicherheit übernimmt.

Einmal installiert, kann der SME-Server von jedem PC des Netzwerks über das Web-Frontend an einem Browser konfiguriert werden. Nur in wenigen Fällen muss dann noch direkt am Server die Konsole verwendet werden. Deshalb kann nach der Installation auch auf Monitor und Tastatur des Servers verzichtet werden. Dazu muss im BIOS des Servers die Einstellung Start with all Errors gewählt werden, sonst startet der Server nicht ohne Tastatur und Monitor.


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